Bald ist wieder der 1. Mai, der Tag der Arbeit. Vor der Arbeiterbewegung gab es die Französische Revolution, damit kamen die politischen Grundwerte in die Welt, auf die wir uns heute noch berufen. Napoleon hat sie auf höchst fragwürdige Weise verbreitet, hat äußerst schmerzhafte Geburtshilfe geleistet für das moderne Europa, wie wir es heute kennen. Bayern nimmt den 200. Jahrestag von Waterloo zum Anlass, die eigene (ambivalente) Rolle unter seiner Herrschaft in einer Landesausstellung „Napoleon und Bayern“ zu beleuchten. Sie findet statt im Neuen Schloss in Ingolstadt, in den dortigen Räumen des Bayerischen Armeemuseums und wird am kommenden Wochenende, in den 1. Mai hinein, eröffnet.

Während der vorbereitenden Arbeiten konnte ich ein paar Bildimpressionen in der Umgebung einsammeln: Am Neuen Schloss scheint die Zeit hier und da seither stehengeblieben, in der Altstadt zeigt sie sich als beiläufig Geschichtetes am Rand. Die Festungsanlagen Klenzes aus der nach-napoleonischen Zeit sind in einem großzügigen Stadtpark aufgegangen und am Stadttheater wird weiter verhandelt, wie wir die Grundwerte immer neu ins Leben bringen. Die Arbeiterbewegung fasst ihre Ideale manchmal kurz und knapp zu „Freitag“ zusammen, drum nennt sich so auch eine linke Wochenzeitung. Der nächste Freitag ist richtig frei, weil 1. Mai. Verregnet wahrscheinlich, also Gelegenheit für einen Ausstellungsbesuch.