Eine Wanderung durch den Norden der Stadt, nach dem Sturm Xavier, der am Vortag schlimmer als erwartet gewütet und sichtbare Spuren hinterlassen hatte. Eine eine abwechslungsreiche Tour abseits der Touristenpfade durch ein ruhiges Hamburg. Mehr Fotos.

Vom Bahnhof Dammtor zunächst über den Platz der jüdischen Deportierten ein kleines Stück durch den Uni-Campus ins Grindelviertel, ehemals Zentrum des jüdischen Lebens in Hamburg: selten so viele „Stolpersteine“ beieinander gesehen. Heute stark geprägt von der Universität. Über die Rotherbaumchaussee vorbei am Chinesischen Teehaus, kunstvoll-unlebendig, ein merkwürdiger Fremdkörper.

In Pöseldorf, der ehemaligen Laubenkolonie, wird es zugleich malerisch-ländlich und sichtlich teuer, sanft neigt sich die Straße zur Alster hinunter. Der Park im Alstervorland ist beliebtes Laufgelände und besticht durch seine weiten Ausblicke über das Wasser zur Stadtmitte hin.

Interessant wird es jenseits der Krugkoppelbrücke entlang des Goldbekkanals: auf Schleichwegen fast und teils an den Wohnstraßen entlang bewegt man sich durch den ehemaligen Industrievorort, heute eher ruhig, villenreich und mit malerischen Ensembles am Wasser. Immer stadtrandmäßiger wird das Gelände in den Kleingartenanlagen, bis man plötzlich am Eingang zum Stadtpark steht, dem großen und berühmten Hamburger Volkspark von 1914 nach den Planungen von Fritz Schumacher und Ferdinand Sperber, inspiriert von Alfred Lichtwark und Max Laeuger – das „Freiluft-Volkshaus“ (Schumacher). Eine ausgiebige Parkrunde gedreht, zunehmend fasziniert von der großartigen Raumwirkung insbesondere im östlichen Teil. Immer wieder umgestürzte oder schlimm zugerichtete Bäume, ein Jammer.