Erbe mit Problemen. Olympiapark München: beliebter Wohnstandort wegen der Parkumgebung, städtisch und idyllisch zugleich. Irritierende öffentliche Räume, die nicht recht funktionieren wollen. Man merkt’s daran, wie die Leute sich dort verhalten und dass die Läden nicht recht florieren.

Visuell kaum mehr erträgliche Überfrachtung, dynamische Gesten von gestern. Wären die kümmerlichen, zugleich verwilderten Begrünungsreste nicht, würde sich wenigstens der Eindruck einer räumlichen Abstraktion einstellen, oder wenigstens einer mechanistischen Vision, die man dann leidenschaftlich begrüßen oder ablehnen könnte. Aber so? Die Gestaltung verträgt nicht die Schlampereien von ungeordnetem Pflanzenwachstum, die räumliche Qualität leidet darunter. Man fühlt sich dort ziemlich unbehaust, und das Gestrüpp macht es nicht versöhnlicher. An dieser Stelle also: weg mit den Sträuchern! Aber nur als ästhetisches Zugeständnis.

Das Unbehagen bleibt: ein Ort, dessen Gestaltungselemente herausposaunen: Demokratie, Pluralismus, Komplexität – Ideale der Nachkriegsmoderne. Aber die Materialisierung wirkt erdrückend, autoritär, kalt. Man kann sich dort hinsetzen und den Platz als Zeitdokument studieren und zu verstehen suchen. Es ist aber kein Ort der Wahl.